Carlos Santana

Der Chicano Carlos Santana und seine gleichnamige Band gelten seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums 1969 als Erfinder des Latin Rock. Diese Musikrichtung verband die vom Blues dominierte Rockmusik mit lateinamerikanischen Einflüssen.

In seiner Biografie schreibt Santana: „Wir lernten auch zu spielen, wenn wir high waren. Gregg blieb bei seinem Bier, und wir anderen rauchten Gras, wenn wir spielten – und wir schmissen oft LSD. Halluzinogene hatten zweifellos viel mit dem Santana-Sound zu tun.“

In Woodstock streckte ihm Jerry Garcia von den Grateful Dead die Hand entgegen: „Es war ein LSD-Ticket. Damals ging man ganz leger damit um. Ich nahm es sofort und dachte, ich hätte genug Zeit, es zu genießen, wieder runterzukommen. Als ich mittags um zwei mit meiner Band früher als geplant auf die Bühne musste, war die Wirkung noch voll da. Meine Gitarre fühlte sich an wie eine Schlange, eine elektrische Schlange. Ich hatte das Gefühl, der Gitarrenhals windet sich. Trotzdem wurde es ein guter Gig, wir wurden gefeiert.“ Kurioserweise bedeutete dieser Bühnenrausch für Santana den Durchbruch; der Auftritt der Grateful Dead hingegen zählte zu ihren schlechtesten.

„Halluzinieren bedeutet, etwas zu sehen, wofür unser Gehirn nicht programmiert ist. Genau das bewirken diese Drogen mit der Musik: Sie machten mich empfänglicher für Ideen und empfindsamer. Normalerweise ist unser Gehirn angeleint und hat eingebaute Filter. Wenn ich im Drogenrausch spielte, verschwanden die Filter und die Leine war ab. Dann hörte ich auf neue Weise. Die Gedanken waren flüssiger und die Musik fließender. Wenn ich Drogen nahm, hörte sich die Musik nicht so zerstückelt an, sondern wie Perlen an einer langen, langen Schnur. (…) Man brauchte Mut, um sich gehen zu lassen und darauf zu vertrauen, dass man während dieser Halluzinationen nicht mehr alles im Griff hatte. Wer Angst bekam und versuchte, wieder Herr seiner Sinne zu werden, erlebte einen bösen Trip.“

Quelle
Carlos Santana: Der Klang der Welt, München 2015.

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Veröffentlicht von

andileser

Ich bin außer mir.